Pflegegrad 4

Kriterien, Antrag & Leistungen

Inhalt

Übersicht und FAQ
Voraussetzungen / Antrag
Leistungsübersicht für Pflegegrad 4

Übersicht PG 4

Wird im “Neuen Begutachtungsassessment” des MDK bzw. der MEDICPROOF GmbH eine “schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit” festgestellt (das entspricht 70 – <90 Punkten), so wird der / die Betroffene von der Pflegekasse sehr wahrscheinlich in Pflegegrad 4 eingestuft werden.

m Rahmen der häuslichen Pflege (durch Angehörige) würde die Pflegekasse in Pflegegrad 4 bis zu 728 Euro Pflegegeld pro Monat auszahlen. Die Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes werden hier mit bis zu 1.693 Euro monatlich bezuschusst. Das Budget für eine vollstationäre Pflege liegt bei 1.775 pro Monat. Hinzu kommen die in allen Pflegegraden identischen Leistungen (Wohngruppenzuschuss, Hausnotruf, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, Zuschuss für Wohnraumanpassung).

Im Pflegegrad 4 wurden im Zuge der Umstellung Personen eingestuft, die zuvor in den Pflegestufen 3 oder 2 (mit eingeschränkter Alltagskompetenz) eingestuft waren.

Dass Pflegebedürftige, die unter einer schwersten Beeinträchtigung der Selbstständigkeit leiden, alleine leben, ist nahezu ausgeschlossen. In Pflegegrad 4 bestehen hohe Anforderungen an die Pflege.

Weil sich der Pflegegrad immer nach den Auswirkungen einer Erkrankung auf die Eigenständigkeit des /der Versicherten bezieht, kann keine pauschale Antwort auf diese Frage gegeben werden. Sehr häufig werden jedoch demente Menschen in diesem Pflegegrad eingestuft. 

Nach Inkrafttreten der Pflegereform 2017  ist der Zeitaufwand für die Anerkennung eines Pflegegrades nicht mehr relevant.

Die Kosten für einen Platz im Pflegeheim liegen bei durchschnittlich etwa 2.700 bis 3.000 Euro pro Monat. In Pflegegrad 4 beteiligt sich die Pflegekasse mit bis zu 1.775 Euro pro Monat an einer vollstationären Pflege. Es bleibt also eine Differenz von bis zu 1.225 Euro pro Monat. Allerdings kann der Eigenanteil je nach Ausstattung und Lage des Pflegeheims auch deutlich höher liegen.

Pflegegrad 1: Voraussetzungen und Antragstellung

Erfahren Sie hier, welche ambulanten Sachleistungen und stationären Leistungen Sie in Pflegegrad 1 erhalten, wie viel Pflegegeld ausgezahlt wird, wie Sie den Pflegegrad hochstufen lassen oder einen Erstantrag auf Zuteilung eines Pflegegrades stellen.

Schritt 1: Formloser Antrag

Der erste Schritt in Richtung Pflegegrad 1 ist der Antrag auf Begutachtung bei der zuständigen Pflegeversicherung. Diese ist der Krankenkasse angegliedert -. die Anschrift ist also identisch. Der Antrag kann formlos - schriftlich oder telefonisch - gestellt werden.

Schritt 2: Gutachten

In einem zweiten Schritt wird die Versicherung ein Gutachten (Vor-Ort-Termin) anordnen. Dieses wird bei den gesetzlichen Kassen vom Medizinischen Dienst (MDK) und bei den privaten Versicherern durch die MEDICPROOF GmbH durchgeführt. In insgesamt 6 Modulen mit jeweils bis zu 16 Kriterien vergibt der Gutachter Punkte. Aus Basis der Gesamtpunktzahl wird dann eine Empfehlung an die Pflegeversicherung ausgesprochen. Diese entscheidet letztlich darüber, ob und wenn welcher Pflegegrad zugeteilt wird.

Schritt 3: Bescheid

Für Pflegegrad 1 sind 12,5 – < 27 Punkte im Neuen Begutachtungsassessment (NBA) notwendig. Liegt die Punktzahl darunter, wird kein Pflegegrad empfohlen. Liegt die Punktzahl darüber, ist dementsprechend die Zuteilung von Pflegegrad 2 wahrscheinlich.

Leistungen in Pflegegrad 4

Lernen Sie die Leistungen der Pflegekasse in Pflegegrad 4 kennen.

Art Anspruch (ja / nein) Leistungsumfang
Pflegegeld ja 728 Euro pro Monat
Pflegesachleistungen ja 1.693 Euro pro Monat
Tages- und Nachtpflege ja 1.612 Euro pro Monat
Kurzzeitpflege ja 1.774 Euro pro Jahr
Verhinderungspflege ja 1.612 Euro pro Jahr
Vollstationäre Pflege ja 1.775 Euro pro Monat
Betreuungs- und Entlastungsleistungen ja 125 Euro pro Monat
Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel ja 40 Euro pro Monat
Hausnotruf ja 25,50 Euro pro Monat
Wohnraumanpassung ja einmalig 4.000 Euro
Wohngruppenzuschuss ja 214 Euro pro Monat
Heike-Bielenstedt-Profil-circle

Fachberaterin Heike Bielenstedt

Heike Bielenstedt ist Fachberaterin für Barrierefreiheit und verantwortlich für den Inhalt auf allen unseren Portalen. Sie haben Anregungen? Schreiben Sie Heike eine E-Mail oder folgen Sie ihr auf LinkedIn. Unsere Autorin freut sich auf Ihre Nachricht.

Infos des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

Das Bundesgesundheitsministerium informiert auf seiner Website rund um die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Zu diesem Zweck hat das Ministerium außerdem ein übersichtliches PDF Dokument erarbeitet. Das Dokument steht gratis zum Download bereit oder kann als Broschüre angefordert werden.

csm_BMG_Broschuere_Pflegeleistungen_Nachschlagen_bf_20dd28f726-212x300

Aktuelles aus unserem Magazin

Private Pflegezusatzversicherung: sinnvoll oder nicht?

In Deutschland herrscht nicht nur eine Kranken-, sondern auch eine Pflegeversicherungspflicht. Während die Krankenkasse für "normale" Gesundheitskosten aufkommt, ist ...

Muss man Pflegegeld an pflegende Angehörige weitergeben?

Das Pflegegeld ist eine finanzielle Leistung der Pflegeversicherung und wird an Personen mit Pflegegrad 2 oder höher ausgezahlt. ...

Krankenkasse – Pflegekasse: Was ist der Unterschied?

Krankenkasse und Pflegekasse: Zwei Begriffe und Einrichtungen, die eng miteinander verknüpft sind, jedoch nicht das Gleiche sind. Denn ...

Top Produkte. Top Service.

Durch unsere Service-Partner im Bereich Pflege und Barrierefreies Bauen und Wohnen können wir Sie schnell zum passenden lokalen Ansprechpartner vermitteln. Die Vermittlung ist kostenfrei. Gleiches gilt für die Erstberatung am Telefon. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie eine Mail. Wir freuen uns auf Sie.

  • Treppenlifte
  • Homelifte
  • Privataufzüge
  • Ambulante Pflege
  • Badumbau
  • Immobilienbewertung
  • Treppensteighilfen
  • Rollstuhlrampen
  • Hilfsmittel

0800 - 589 48 76

1 Step 1
keyboard_arrow_leftPrevious
Nextkeyboard_arrow_right

Unsere Partnerfirmen